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Wie die Investition des Andy Bechtolsheim die Google-Gründer adelte

Ob Google, Apple oder Microsoft: Mit der Entwicklung der Computer sind viele Erfolgsgeschichten verbunden. Viele haben ihren Anfang in zu Büros umfunktionierten Garagen mit einem Gründungsetat in Taschengeldhöhe und drittklassigem technischen Equipment genommen. Und alle diese Geschichten beginnen mit Newcomern, die mehr Talent als Erfahrung haben und für die das anbrechende Computerzeitalter der Sprung in ungeahnte Höhen bedeuten sollte.

So begann zum Beispiel die Geschichte von Microsoft in einer solchen Garage, von der aus sich ein Team, unter ihnen ein talentierter Student namens Bill Gates, dazu anschickte, mit einer grafischen Benutzeroberfläche, die später als Betriebssystem „Microsoft Windows“ bekannt werden würde, mithilfe geschickter Unternehmenspolitik und der daraus resultierenden Etablierung eines Standards im wilden Dickicht der PC-Systeme, einmal seinen Namen schon zu Lebzeiten in die Annalen der IT-Geschichte meißeln und sich auf der Liste der reichsten Männer der Welt wiederfinden würde.

Eine dieser märchenhaft anmutenden Storys ist das Investment eines Mitbegründers der Sun Microsystems aus seinem Privatvermögen in eine Firma, die zu dem Zeitpunkt, an dem er den Scheck unterschrieb, noch gar nicht gab. Die Rede ist von Andy Bechtholsheim und dem Scheck über 200.000 US-Dollar, den der Unternehmer den beiden Gründern der Google Suchmaschine, Larry Page und Sergei Brin, am sinnbildlichen Vorabend des Beginns der Unternehmensgeschichte der Google Incorporated im Jahr 1998 ausstellte. Kaum ein anderes Ereignis hatte im Vorfeld eine so massive Auswirkung auf den Erfolg des Start-Ups wie dieser Ritterschlag von der Hand eines solchen, dem man ein gutes Händchen bei Investitionen und Unternehmungen nachsagte.

Denn Bechtholsheim selbst war einer der erfolgreichsten Pioniere seiner Zeit und hatte die Erfolgsleiter von unten an erklommen. Er gehörte zu den Mitbegründer von Sun und sah sich nach der Etablierung des Unternehmens schon bald nach neuen Herausforderungen um. Und es erschien den Außenstehenden, als wenn alles, was dieser Mann anfasste plötzlich zu Gold würde. Und genau diesen Eindruck mussten die Zeitgenossen gewinnen, als bekannt wurde, das Bechtholsheim ein Privates Investment in sechsstelliger Höhe in ein Start-Up namens Google getätigt hatte.

Einem wie Bechtolsheim, der gerade erst sein eigenes Start-Up “Granite Systems“ für 220 Millionen US-Dollar an CISCO veräußert hatte und mit 65% der Firmenanteil nach nur einem Jahr seit der Gründung des Unternehmens einen beträchtlichen Anteil der Kaufsumme in sein persönliches Vermögen übertragen konnte, einem Teufelskerl, der mit dem Verkauf seines Unternehmens quasi „En Passant“ den leitenden Posten des „Vice President of Engineering“ in der CISCO Systems als Bon-Bon zu seinem erfolgreichen Geschäft mitgenommen hatte, dem hörte man zu wenn er sprach. Und die Entscheidung zugunsten Googles sprach eine deutliche Sprache.

Diese Entscheidung machte Google über Nacht in der, nach Innovationen lechzenden, Branche bekannt wie ein bunter Hund und bezeichnet einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Suchmaschine.Es musste etwas dran sein, wenn Andy Bechtholsheim sich dafür interessierte. Gerade schon deshalb, weil das Unternehmen in einen Markt stieß, das spätestens mit dem aufkommen der zweiten Generation Suchmaschinen eigentlich als aufgeteilt galt. Am Markt hatten sich längst namhafte Marken ihrer Zeit etabliert. Die aufgeregte Unruhe unter den Investoren ebenso wie unter der Konkurrenz dürfte nicht gering ausgefallen sein, denn was hier den Segen eines der Gottväter des Computer Engineering hatte war auf den ersten Blick doch zum Scheitern verurteilt, hätte man das Unterfangen einer Marktanalyse mit Erfolgsprognose unterzogen.

Ob Bechtholsheim damals wusste, wie sehr Google mit seinem fortschrittlichen Suchalgorithmus der Konkurrenz voraus war, ist leider unbekannt. Er muss es zumindest geahnt haben, welches Potential in dem Konzept der Suchmaschine steckte. Fakt ist jedoch, das die Google Inc. nach diesem symbolträchtigen Akt Bechtholsheim keinerlei Schwierigkeiten haben würde, Investoren für die Finanzierung ihres ehrgeizigen Ziels, den Markt für Suchmaschinen zu erobern und das gesamte Internet in einem einzigen Suchindex zu erfassen, zu finden. Investoren, die so sehr vom Konzept der beiden Doktoranden aus Stanford waren, das sie selbst durch den Zusammenbruch der New Economy hindurch, einer Spekulationsblase Namens „DotCom“ und ihrem Platzen hinaus dem Geschäftsmodell „Google“ die treue hielten, statt wie seinerzeit üblich, ihre Gelder aus dem Markt zu ziehen.

Das Investment des Unternehmers in die beiden Visionäre Larry Page und Sergei Brin sollte Bechtolsheim im übrigen nie bereuen, denn wieder einmal zeigte sich sein untrüglicher Sinn für erfolgversprechende Unternehmungen als goldrichtig: Im Rahmen des Börsengangs der Google Inc. im Jahr 2005 wurden die Anteile von Bechtholsheim am mittlerweile marktführenden Anbieter für Suchmaschinendienstleistungen auf 500 Millionen Dollar geschätzt, dem 250-fachen seines ursprünglichen Investments in ein namenloses Unternehmen in gerade einmal 7 Jahren seit Firmengründung.

Und eben diese Summe dürfte sich nun, weitere 7 Jahre nach dem Börsengang der Google Inc., die sich, gleich nach der Apple Inc. auf Platz 2 der wertvollsten Marken der Welt platziert hat, wohl kaum verringert haben, folgte doch auf den Erfolg im Internet schon bald der abermals beispiellose Siegeszug mit der Einführung des ersten Google-Smartphones und dem Betriebssystem für Mobilgeräte, Google Android, welches heute die am meisten verbreitete Plattform für Mobilfunkgeräte darstellt.

Eine Geschichte, also, von der man sagen will: „Alle sagten: Das geht nicht. Bis einer kam, der das nicht wusste, und es einfach gemacht hat.“